Gelenke bei Katzen. Was es an Daten gibt und was daraus folgt
Für Katzen gibt es deutlich weniger Studien als für Hunde, und die meisten Produkte sind vom Hund abgeleitet. Welche Referenzmengen wir ansetzen, warum sie unsicherer sind, und woran du ein Produkt für Katzen erkennst.
Katzen sind in der Gelenkforschung unterrepräsentiert. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern der wichtigste Satz dieses Textes: Die meisten Mengenangaben für Katzen sind vom Hund übertragen, nicht an Katzen erhoben. Wer dir bei Katzen dieselbe Sicherheit verkauft wie bei Hunden, verkauft dir eine Sicherheit, die es nicht gibt.
Die Referenzmengen, mit denen wir rechnen
- Grünlippmuschel: 25 bis 50 mg je Kilogramm und Tag. Vom Hund übertragen, für Katzen liegen kaum eigene Daten vor.
- Glucosamin: 20 bis 30 mg. Übliche Herstellerdosierung, keine Studienmenge.
- Chondroitinsulfat: 15 bis 25 mg. Ebenfalls übliche Herstellerdosierung.
- Omega-3 (EPA + DHA): 30 bis 60 mg. Aus der Kleintierernährung, für Katzen niedriger angesetzt als für Hunde.
Für eine 4-kg-Katze sind das 100 bis 200 mg Muschelpulver, 80 bis 120 mg Glucosamin, 60 bis 100 mg Chondroitin und 120 bis 240 mg EPA plus DHA am Tag.
Zwei dieser vier Zeilen sind Konvention und nicht Studienergebnis. Wir schreiben das dazu, weil der Unterschied zwischen „in Studien so eingesetzt“ und „so machen es die Hersteller“ genau der Unterschied ist, den ein Vergleichsportal sichtbar machen sollte.
Warum Katzenprodukte oft zu klein dosiert sind
Viele Gelenkprodukte gibt es in einer Größe für Hund und Katze. Die Fütterungsempfehlung beginnt dann bei „bis 10 kg: 1 Messlöffel“, und eine 4-kg-Katze bekommt dieselbe Menge wie ein 9-kg-Hund. Pro Kilogramm liegt die Katze dann beim Doppelten. In die andere Richtung passiert es genauso: Ein Kausnack, der für einen 30-kg-Hund gerechnet ist, lässt sich für eine Katze nicht sinnvoll teilen.
Ein Produkt, das für Katzen gemeint ist, erkennst du an einer eigenen Gewichtsstaffel unterhalb von 10 kg, an einer Darreichungsform, die eine Katze auch frisst, und an Mengenangaben je Portion in Milligramm.
Akzeptanz ist bei Katzen die halbe Miete
Das am besten dosierte Pulver nützt nichts, wenn es im Napf liegen bleibt. Was in der Praxis hilft: sehr klein anfangen und über eine bis zwei Wochen steigern, das Pulver unter feuchtes Futter mischen statt darüberstreuen, und Öl separat geben statt es ins Trockenfutter zu rühren, wo es ranzig werden kann.
Was zuerst in die Tierarztpraxis gehört
Wenn eine Katze weniger springt, sich anders putzt oder ihr Verhalten sich ändert, ist die Ursache eine Frage für die Tierarztpraxis und nicht für ein Ergänzungsfuttermittel. Ergänzungsfuttermittel sind kein Arzneimittel. Sie können den Alltag unterstützen, mehr nicht.