Gelenke bei Katzen. Was es an Daten gibt und was daraus folgt
Für Katzen gibt es deutlich weniger Studien als für Hunde, und die meisten Produkte sind vom Hund abgeleitet. Welche Wirkstoffe eine belastbare Menge haben, welche keine mehr, und woran du ein Produkt für Katzen erkennst.
Katzen sind in der Gelenkforschung unterrepräsentiert. Das ist keine Nebenbemerkung, sondern der wichtigste Satz dieses Textes: Die meisten Mengenangaben für Katzen sind vom Hund übertragen, nicht an Katzen erhoben. Wer dir bei Katzen dieselbe Sicherheit verkauft wie bei Hunden, verkauft dir eine Sicherheit, die es nicht gibt.
Wogegen wir rechnen, und wogegen nicht mehr
Zwei Wirkstoffe tragen die Kategorie: Grünlippmuschel und Omega-3. Beide haben eine Referenzmenge mit einer Quelle dahinter, und beide Seiten zeigen dir, woher die Zahl stammt und wie sie auf das Gewicht deiner Katze umgerechnet wird. Für die Muschel ist die Menge vom Hund übertragen, weil es für Katzen keine eigene Studie gibt. Das steht dort auch so.
Glucosamin und Chondroitin haben bei uns keine Referenzmenge mehr. Eine Metaanalyse von 2022 hat 72 Studien ausgewertet und für diese Kombination keinen Nutzen gefunden, bei einem Ergebnis, das sogar für die Kontrollgruppe spricht. Eine Zielmenge für einen Wirkstoff anzugeben, von dem die beste verfügbare Auswertung sagt, dass er nichts bringt, wäre eine Zahl ohne Bedeutung. Produkte, die darauf setzen, führen wir weiter, aber ohne Bewertung.
Dasselbe gilt für MSM: die verbreitete Spanne ist eine Herstellerkonvention, eine Dosisfindung am Hund gibt es nicht, und für die Katze erst recht nicht.
Warum Katzenprodukte oft zu klein dosiert sind
Viele Gelenkprodukte gibt es in einer Größe für Hund und Katze. Die Fütterungsempfehlung beginnt dann bei „bis 10 kg: 1 Messlöffel“, und eine 4-kg-Katze bekommt dieselbe Menge wie ein 9-kg-Hund. Pro Kilogramm liegt die Katze dann beim Doppelten. In die andere Richtung passiert es genauso: Ein Kausnack, der für einen 30-kg-Hund gerechnet ist, lässt sich für eine Katze nicht sinnvoll teilen.
Ein Produkt, das für Katzen gemeint ist, erkennst du an einer eigenen Gewichtsstaffel unterhalb von 10 kg, an einer Darreichungsform, die eine Katze auch frisst, und an Mengenangaben je Portion in Milligramm.
Akzeptanz ist bei Katzen die halbe Miete
Das am besten dosierte Pulver nützt nichts, wenn es im Napf liegen bleibt. Was in der Praxis hilft: sehr klein anfangen und über eine bis zwei Wochen steigern, das Pulver unter feuchtes Futter mischen statt darüberstreuen, und Öl separat geben statt es ins Trockenfutter zu rühren, wo es ranzig werden kann.
Was zuerst in die Tierarztpraxis gehört
Wenn eine Katze weniger springt, sich anders putzt oder ihr Verhalten sich ändert, ist die Ursache eine Frage für die Tierarztpraxis und nicht für ein Ergänzungsfuttermittel. Ergänzungsfuttermittel sind kein Arzneimittel. Sie können den Alltag unterstützen, mehr nicht.