Haut und Fell. Warum fast jedes Produkt dasselbe kann
Omega-3 trägt die Kategorie, Biotin und Zink stehen fast überall daneben. Warum wir für die beiden keine Menge bewerten, was ein Fellwechsel damit zu tun hat, und woran du ein Öl erkennst, mit dem sich rechnen lässt.
„Für glänzendes Fell“ steht auf mehr Packungen als jede andere Auslobung. Dahinter stehen fast immer dieselben drei Zutaten, und nur eine davon lässt sich nachrechnen.
Omega-3 trägt die Kategorie
EPA und DHA aus Fisch- oder Algenöl sind der Wirkstoff, für den es hier eine Menge mit Quelle gibt. Zwei Dinge sind daran unbequem:
Erstens stammt die Zahl, die wir für Haut und Fell ansetzen, in der Quelle aus der Zeile für entzündliche Beschwerden und nicht aus einer Zeile „glänzendes Fell“. Das steht auf der Wirkstoffseite so dabei, weil es den Unterschied macht zwischen einer Menge, die etwas bedeutet, und einer, die gut klingt.
Zweitens liegen die handelsüblichen Öle weit auseinander. Zwischen einem Lachsöl mit wenigen Prozent EPA und DHA und einem Wildfischöl mit dreißig Prozent liegt Faktor vier bis fünf bei gleicher Löffelzahl. Ein Produkt kann also die gleiche Flasche, die gleiche Dosierungsempfehlung und ein Fünftel des Wirkstoffs haben.
Biotin, Zink und Vitamin E: deklariert, aber nicht bewertet
Biotin, Zink und Vitamin E stehen auf fast jeder Haut-und-Fell-Packung. Wir zeigen ihre Menge, bewerten sie aber nicht, und der Grund ist technischer, als man denkt: Die Bedarfswerte dafür sind je 100 g Trockenmasse Futter angegeben, nicht je Kilogramm Tier. Eine Zahl, die sich auf die Ration bezieht, lässt sich nicht sinnvoll in eine Zahl je Körpergewicht übersetzen, ohne zu wissen, wie viel das Tier frisst und was schon drin ist.
Dazu kommt: Wer ein Alleinfuttermittel füttert, bekommt diese drei bereits mit. Ein Mangel ist dann selten, und mehr davon hilft nicht automatisch mehr. Bei Zink gilt zusätzlich, dass die Spanne zwischen Bedarf und Zuviel enger ist als bei vielen anderen Nährstoffen.
Fellwechsel ist kein Notfall, und Haut ist selten nur Haut
Zweimal im Jahr verlieren die meisten Tiere auffällig viel Haar. Das ist kein Mangel und kein Anlass für eine Kur. Wenn dagegen Haut gerötet ist, das Tier sich auffällig kratzt oder kahle Stellen entstehen, ist die Frage nicht, welches Öl, sondern was dahintersteckt. Dafür kommen zu viele Ursachen in Frage, als dass eine Flasche sie treffen könnte, und eine Tierarztpraxis klärt das schneller.
Ergänzungsfuttermittel sind kein Arzneimittel und behandeln keine Krankheiten.
Woran du ein brauchbares Öl erkennst
- Das Fettsäureprofil steht auf der Flasche, mit EPA und DHA getrennt in Prozent. „Reines Lachsöl“ allein ist keine Angabe, mit der sich rechnen lässt.
- Die Flasche ist dunkel und nicht zu groß. Langkettige Fettsäuren oxidieren; ein Fünf-Liter-Kanister ist nur dann günstig, wenn er aufgebraucht wird, bevor er ranzig ist.
- Vitamin E ist zugesetzt. Das stabilisiert das Öl, und der Bedarf daran steigt mit der Menge Omega-3.
- Die Dosierung passt zur Tierart. Katzen bekommen bei vielen Herstellern eine feste Menge, Hunde eine nach Gewicht. Beides ist in Ordnung, solange es auf der Flasche steht.