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Wie du eine Etikettenangabe in eine Menge für dein Tier umrechnest

Fast jede Referenzmenge steht je Kilogramm Körpergewicht, fast jedes Etikett steht je Portion. Drei Rechenschritte, mit denen du beide vergleichbar machst, und die vier Stellen, an denen es schiefgeht.

Autor: Marcus, Gründer PetlementsStand: 09.07.2026

Auf dem Etikett steht eine Menge pro Portion. In der Fachliteratur stehen Mengen pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Solange du die beiden nicht auf denselben Nenner bringst, sagt dir kein Etikett, ob ein Produkt für dein Tier passt. Genau diese Rechnung nimmt dir der Finder ab, aber du solltest sie einmal von Hand gesehen haben.

Die drei Schritte

  1. Portionen pro Tag bestimmen. Die Fütterungsempfehlung ist meist nach Gewichtsklassen gestaffelt. Ein 30-kg-Hund bekommt bei „bis 25 kg: 1 Messlöffel, bis 40 kg: 2 Messlöffel“ zwei Messlöffel.
  2. Wirkstoffmenge pro Tag ausrechnen. Menge je Portion mal Portionen pro Tag. Bei 500 mg Grünlippmuschel je Messlöffel sind das 1000 mg am Tag.
  3. Auf das Körpergewicht umrechnen. 1000 mg geteilt durch 30 kg sind rund 33 mg je Kilogramm und Tag. Diese Zahl vergleichst du mit der Referenzspanne, bei Grünlippmuschel 25 bis 50 mg je Kilogramm.

Das Produkt liegt damit im unteren Drittel der Spanne. Nicht zu wenig, aber auch nicht üppig.

Die vier Stellen, an denen es schiefgeht

Der Wirkstoff ist nicht das Produkt. „500 mg Lachsöl“ ist keine Omega-3-Angabe. Interessant ist der Anteil EPA und DHA darin, und der liegt bei Lachsöl je nach Qualität zwischen 15 und 30 Prozent. Steht der Anteil nicht dabei, kannst du die Portion nicht bewerten.

Die Einheiten sind nicht dieselben. Biotin steht in Mikrogramm, Zink in Milligramm, Vitamin E in Internationalen Einheiten, Probiotika in koloniebildenden Einheiten. Ein Milligramm sind tausend Mikrogramm. Wer das übersieht, liest einen Faktor 1000 als Rundungsfehler.

Die Gewichtsklasse ist grob. Wenn eine Klasse von 10 bis 25 kg reicht, bekommt der 11-kg-Hund pro Kilogramm mehr als doppelt so viel wie der 24-kg-Hund. An den Klassengrenzen lohnt der Blick, ob die Nachbarklasse besser passt.

Die Zusammensetzung nennt keine Mengen. „Enthält Grünlippmuschel, Glucosamin, MSM“ ohne Zahlen ist keine Information. Die Reihenfolge in der Zusammensetzung sagt nur, was mengenmäßig vorne liegt, nicht wie viel.

Was eine gute Angabe ausmacht

Eine Packung, mit der du rechnen kannst, nennt die Menge je Portion in einer klaren Einheit, staffelt die Fütterung nach Gewicht und gibt bei Ölen den Anteil der Fettsäuren an. Alles andere zwingt dich zum Raten, und Raten ist bei Ergänzungsfuttermitteln teuer.

Ergänzungsfuttermittel sind kein Arzneimittel. Wenn sich dein Tier anders verhält oder anders bewegt als sonst, gehört die Ursache zuerst in die Tierarztpraxis.