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Omega-3 für Hund und Katze. Warum nur EPA und DHA zählen

Auf der Flasche steht Öl, gerechnet wird mit EPA und DHA. Warum die Zielmenge mit dem Gewicht nicht einfach mitwächst, warum pflanzliches Leinöl etwas anderes liefert als Fischöl, und woran du ranziges Öl merkst.

Autor: Marcus, Gründer PetlementsVeröffentlicht: 17.07.2026Zuletzt geprüft: 30.09.2026

Omega-3-Fettsäuren sind neben der Grünlippmuschel der Wirkstoff mit der breitesten Datenlage in der Kleintierernährung. Sie sind auch der, bei dem Etikett und Wirkstoff am weitesten auseinanderliegen.

EPA und DHA sind die Zahl, die zählt

„Omega-3“ ist ein Sammelbegriff. Für Hund und Katze relevant sind die langkettigen Fettsäuren EPA und DHA aus Fisch, Krill oder Algen. Die pflanzliche Alpha-Linolensäure aus Lein- oder Rapsöl ist ebenfalls ein Omega-3, aber Hunde wandeln sie nur zu einem kleinen Teil in EPA und DHA um, Katzen praktisch gar nicht. Ein Leinöl ist deshalb kein Ersatz für ein Fischöl, egal wie hoch die Omega-3-Zahl auf der Flasche ist.

Die Zielmenge wächst nicht mit dem Gewicht mit

Die Quelle, mit der wir rechnen, gibt EPA und DHA nicht je Kilogramm an, sondern je Kilogramm hoch 0,75, also bezogen auf das Stoffwechselgewicht. Der Grund ist derselbe wie bei der Fütterung überhaupt: ein kleines Tier setzt je Kilogramm mehr um als ein großes. Praktisch heißt das, dass ein Dackel je Kilogramm mehr braucht als ein Bernhardiner, und dass eine Menge, die für 30 kg passt, für 5 kg zu niedrig gerechnet ist.

Die konkreten Zahlen und ihre Quelle stehen auf der Wirkstoffseite zu Omega-3; die Seite rechnet sie dir für das Gewicht deines Tiers aus, statt dass du eine Spanne im Kopf umrechnest. Dort steht auch, dass die Zahl für Gelenke eine andere ist als für Haut und Fell, und woher jede stammt.

Was das für eine Flasche Lachsöl bedeutet

Lachsöl enthält je nach Herkunft und Verarbeitung etwa 15 bis 30 Prozent EPA und DHA. Ein Milliliter Öl wiegt knapp ein Gramm. Ein Teelöffel mit 5 ml liefert also grob 750 bis 1500 mg EPA und DHA, wenn der Anteil angegeben ist und im oberen Bereich liegt.

Steht auf der Flasche nur „reines Lachsöl“ ohne Fettsäureprofil, kannst du die Portion nicht ausrechnen. Das ist kein schlechtes Öl, aber es ist keine Angabe, mit der sich rechnen lässt. Lachsöl aus Zucht liegt beim EPA- und DHA-Anteil oft niedriger als Öl aus Wildfang, weil das Fettsäureprofil dem Futter der Fische folgt.

Frische ist hier keine Nebensache

Langkettige Fettsäuren oxidieren. Ranziges Öl riecht scharf statt fischig-mild, und es liefert nicht mehr, was auf dem Etikett steht. Praktische Hinweise:

  • Dunkle Flasche, nach dem Öffnen in den Kühlschrank, innerhalb weniger Wochen aufbrauchen.
  • Kleine Gebinde kaufen, auch wenn der Literpreis schlechter ist.
  • Ein Zusatz von Vitamin E ist üblich und sinnvoll, weil er das Öl in der Flasche stabil hält.

Wo Vorsicht angebracht ist

Öl bringt Energie mit. 5 ml sind rund 45 Kilokalorien, bei einer 4-kg-Katze also ein spürbarer Anteil des Tagesbedarfs. Wer Öl dazugibt, sollte die Futtermenge im Blick behalten. Sehr hohe Mengen über längere Zeit können die Blutgerinnung beeinflussen, was vor einer geplanten Operation ein Thema für die Tierarztpraxis ist.

Ergänzungsfuttermittel sind kein Arzneimittel. Sie behandeln keine Krankheiten, und eine Veränderung, die dir am Tier auffällt, gehört zuerst abgeklärt.